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Erhöhte Sterblichkeit in For-Profit Spitälern in den USA

Ein " Systematisches Review " und Metaanalyse von Studien die die Mortalitäts- Raten von privaten auf Gewinn ausgerichteten Spitälern mit nicht auf Gewinn ausgerichteten privaten Spitälern vergleichen.

A systematic review and meta-analysis of studies comparing mortality rates of private for-profit and private not-for-profit hospitals. Devereaux,P.J.; Choi,P.T.; Lacchetti,C.; Weaver,B.; Schunemann,H.J.; Haines,T.; Lavis,J.N.; Grant,B.J.; Haslam,D.R.; Bhandari,M.; Sullivan,T.; Cook,D.J.; Walter,S.D.; Meade,M.; Khan,H.; Bhatnagar,N.; Guyatt,G.H.
(J. of the Canadian Medical Association 2002 May; 166 (11): 1399-1406)

Abstract - (Übersetzung; Hervorhebungen, Kommentare by PiCo ):

Hintergrund: In Kanada wird eine intensive Debatte über die Überlegenheit (relative merits) von auf Gewinn ausgerichteter privatwirtschaftlicher Gesundheitsversorgung im Vergleich mit nicht auf Gewinn ausgerichteter privatwirtschaftlicher Versorgung geführt. Um dieser Debatte Entscheidungsgrundlagen zuzuführen (to inform this debate) wurde ein " Systematisches Review " und eine Metaanalyse der damit selektierten Studien, welche die Mortalitätsraten von privaten auf Gewinn ausgerichteten Spitälern mit nicht auf Gewinn ausgerichteten privaten Spitälern vergleichen, durchgeführt

Methoden: Wir identifizierten Studien durch eine elektronische Suche in 11 Literaturdatenbanken, sowie unseren eigenen Datenbeständen (files), Konsultationen von Experten, Literaturlisten, PubMed und SciSearch. Wir maskierten die Studienergebnisse bevor wir Studien ausschlossen (determining study eligibility). Unsere Kriterien (eligibity criteria) wählten Beobachtungsstudien oder RCT´s aus, welche private auf Gewinn ausgerichtete Spitäler mit nicht auf Gewinn ausgerichteten privaten Spitälern vergleichen. Studien über Mortalitätsraten von Spitälern die die Gewinnform gewechselt hatten wurden ausgeschlossen (a particular profit status that subsequently converted to the other profit status). Für jede Studie berechneten wir das relative Mortalitäts - Risiko der beiden Gewinnformen. Die Studien die Bevölkerungen im Erwachsenenalter behandelten und in denen mögliche Störvariabeln ausgeglichen wurden (adjusted for potential confounders;) wie z.B. Lehr-Spital, Schweregrad der behandelten Fälle (teaching status, severity of illness) wurden zusammengeführt. Das gesamte relative Risiko wurde daraus mit Hilfe des "random effects" Modells berechnet.

Ergebnisse: Fünzehn Beobachtungstudien erfüllten die Auswahlkriterien. Diese erfassten 26.000 privat geführte Spitäler mit 38 Millionen Patienten. In den Studien die Bevölkerungen im Erwachsenenalter behandelten und in denen mögliche Störvariabeln ausgeglichen wurden war das relative Todesrisiko in den auf Gewinn erhöht (RR = 1,020, 95% confidence interval 1,003 - 1,038; p=0,02). Die Studie die über Säuglinge in der Perinatalperiode berichtete zeigte ebenfalls ein erhöhtes Risiko in den auf Gewinn ausgerichteten Spitälern (RR = 1,095, 95% confidence interval 1,050 - 1,141; p=0,0001).

Intepretation: Unsere Metaanalye unterstützt (suggests) die Sichtweise, dass private auf Gewinn ausgerichtete Spitälern ein erhöhtes Todesrisiko haben, im Vergleich zu nicht auf Gewinn ausgerichteten privaten Spitälern.

Kommentar (20.3.05)

Die vorbildliche Umsetzung von "state of the art" - Evidence Based Health Care (EBHC) Methodik zeichnet diesen Artikel aus. Nur auf Grund einer sauberen und sehr aufwändigen Methodik werden Ergebnisse verlässlich und erlauben dann aber so harte und ernüchternde Aussagen.

Wenn die Qualitätsanforderungen der Evidence Based Medicine Arbeit nicht eingehalten werden, kann dass Gegenteil herausgefunden und behauptet werden. Der dezente Hinweis auf eine Studie die zur gegenteiligen Schlussfolgerung kam, deren Autoren sich (konsequenterweise) weigerten ihre Daten nochmals zu analysieren, zeigt was korrekt durchgeführte EBHC Analysen leisten können (S.1404, re.Spalte, 3.Absatz).

Ohne den Aufwand der iterativen Verfeinerung der Suchstrategien und der nachfolgenden verblindeten, maskierten, mehrstufigen Auswahl der relevanten Artikel durch 2-er Teams, wäre das behauptete Ergebnis wertlos. Wie wenige, ausreichend verlässliche, Arbeiten typischerweise zu solchen brennenden Fragestellungen der gesundheitsökonomischen Versorgungsforschung existieren, wird aus dem Verhältnis von ürsprünglich 8665 gefundenen Studien zu den 15 Verwertbaren ersichtlich. Das die Arbeit mit Hilfe von klinischen Epidemiologen an der Geburtstätte der Evidence Based Medicine, der McMaster Universität in Ontario, durchgeführt wurde ist nicht verwunderlich.

Nur so geht es, EBHC ohne die nötige Qualität der durchgeführten Forschungsarbeit ist keine EBHC sondern wäre nur Etikettenschwindel. Das genaue Lesen des gesamten Artikels, der im Volltext gratis zur Verfügung steht (via meinem MEDLINE Link oben) lohnt sich.

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