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Obdachlosenasyle in Toronto vs. New York - Mortalität ist in Kanada geringer

Sterblichkeit bei männlichen Benützern von Obdachlosenasylen in Toronto, Ontario (Kanada)

Mortality among men using homeless shelters in Toronto, Ontario. ( (JAMA 2000 Apr 26;283(16):2152-7) )

Abstract - (Übersetzung; Hervorhebungen by PiCo ):

Hintergrund

Obdachlose in den Städten der USA haben hohe Todesraten. Bis dato gibt es jedoch wenig Vergleiche mit der Mortalität von Obdachlosen in anderen reichen Industrie - Ländern (developed countries). Absicht der Studie (Objectives) Der Vergleich der Todesraten unter den Männer die Obdachlosen - Asyle frequentieren mit den Todesraten der allgemeinen Bevölkerung in Toronta, Provinz Ontaria, Kanada, und die weitere Überprüfung ob die Todesraten unter den Obdachlosen zwischen Städten der USA und Kanadas signifikant unterschiedlich sind.

Studien- Design und Studien - Teilnehmer (Design and Participants)

Eine zwischen 1995 und 1997 durchgeführte Kohorten - Studie, mit einer durchschnittlichen individuellen Beobachtungszeit von 2,6 Lebensjahren. Die Teilnehmer waren über 18-jährige Männer die Obdachlosenasyle in Toronto benutzten (n=8933).

Haupt Ergebnis - Maßzahl (Main Outcome Measure):

Sterberaten Verhältniszahlen (mortality rate ratios) auf Grundlage der altersspezifischen Sterberaten der männlichen Benutzer von Obdachlosenasylen und der altersentsprechenden Männern in der allgemeinen Bevölkerung Torontos sowie der Männer die Obdachlosenasyle von New York, Boston und Philadelphia in den USA benutzten.

Resultate

Die Frequentanten der Obdachlosenasyle Torontos hatten ein höhere Todeswahrscheinlichkeit als die Männer der Allgemeinbevölkerung der Stadt. Die Sterberaten - Verhältniszahlen (mortality rate ratios) waren für 18-24 Jahre alte Männer 8,3 ( 95% Konfidenz - Intervall [CI], 4,4 - 15,6), für 25 -44 jährige 3,7 ( 95% CI, 3,0 - 4,6), für 45 - 64 jährige 2,3 ( 95% CI, 1,8 - 3,0). In den meisten Fällen war jedoch das Sterberisiko für die Frequentanten der Asyle in Toronto signifikant niedriger als das der Frequentanten in den 3 Städten der USA. Für die 25 - 44 jährigen war das Sterberaten Verhältnis (mortality rate ratio) 0,52 ( 95% CI, 0,41 - 0,65) für Toronto zu Boston, 0,61 ( 95% CI, 0,44 - 0,85) für Toronto zu New York City und 0,42 ( 95% CI, 0,27 - 0,66) für die Männer in Toronto im Vergleich zu Piladelphia, USA

Schlußfolgerungen

In Toronto ist die Mortalität für Männer die Obdachlosenasyle benutzen höher als die Mortalität bei Männern der allgemeinen Bevölkerung, jedoch viel niedriger als die beobachtete Sterberate der Frequentanten von Asylen in 3 bedeutenden Städten der USA. Weitere Studien sind nötig um die Gründe für diese Unterschiede zu identifizieren.

 

Kommentar des Übersetzers (angeregt durch den Kommentar in (The Nation´s Health)

Die Zeitung der Amerikanischen Public Health Gesellschaft, " The Nation´s Health " geht tiefer auf den Inhalt des Artikels und die Todesursachen selbst ein. Im Volltext finden sich viel härtere Aussagen als im vorsichtigen, oben übersetzten, Abstrakt. Die Haupt - Todesursachen der jungen obdachlosen Männer (18-24) in Kanada waren Unfälle, Vergiftungen und Selbstmord. Sowohl in den USA als auch in Kanada war AIDS ein bedeutender Grund für den vorzeitigen Tod, und zusätzlich der Mord für die Männer in den Asylen der USA.

Wenn nun bei der Analyse AIDS und Mord ausgeschlossen wurden, wo ja die Hauptunterschiede der medizinischen und sozialen Ausgangslage der Männer in den USA und Kanadas lagen (case-mix, comorbidities) lebten die Männer in Kanada noch immer länger!!

Der Grund, so meint " The Nation´s Health " auf Seite 36, und zitiert einen Satz aus der Studie, "könnte Kanada´s universale Krankenversicherung sein" (universal health insurance), da die "meisten Obdachlosen (homeless) in den USA keine Krankenversicherung haben. In Kanada jedoch, werden die Obdachlosen durch keine finanziellen Barrieren behindert eine Gesundheitsversorgung zu erhalten."

Diese Beobachtung bestätigt die Ergebnisse einer weiteren Studie, welche an einem alte "Dogma der Sozialmedizin", rüttelt das soziale Klassenzugehörigkeit und Einkommensdifferential in einer Gesellschaft, den Gesundheitsstatus der verschiedenen sozialen Klassen bedingen. (Diese Studie könnte der Inhalt von folgendenen Übersetzungen auf dieser Home-page sein.) In dieser vergleichenden Studie (cross-sectional) wurde ebenfalls im Vergleich von Mortalitätsraten von Kanada mit den USA gezeigt, das trotzt des gleich großen Einkommensunterschieds zwischen 2 vergleichbaren sozialen Klassen in USA und Kanada, die Kanadier eine geringere Sterblichkeit aufweisen.

Wenn schon in der Sterblichkeit Unterschiede auszumachen sind, dann ist der Einfluß eines leicht universell zugänglichen Versorgungssystems auf die "Gesundheitsbezogene Lebensqualität" -Health Related Quality of Life (HR-QoL) wahrscheinlich in noch weit ausgeprägterem Maße gegeben. Voraussetzung ist allerdings, das die Qualität der Versorgungsleistung, in den beiden verglichenen Länder für die gehobenen Schichten gleich gut ist. Sollte es hier Unterschiede geben, ist es denkbar, dass es durchaus zur Verbesserung der Lebenserwartung aber zu einer Verringerung der HR-QoL für die Kranken in ein und demselben Land gleichzeitig kommen kann.

Zur Bedeutung des Organisationweise eines Gesundheitssystems für die Zielerreichung der behinderungsfreien Lebenserwartung (DALE), der Patientenorientierung (responsiveness) und der Fairness der finanziellen Beiträge ist der als epochales Grundlagenwerk exzellente Gesundheitsbericht der WHO, World Health Report 2000, besonders erhellend.

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